Nach dem Einbau der Chororgel 2003 wurden Eingriffe in den Bestand der Hauptorgel notwendig:
Der Spieltisch erhielt eine neue Registratur. Zusätzlich wurde eine Chamade 8' (Horizontalzungenregister) für die Manuale und ein Fagott 32' im Pedal eingebaut. Dazu wurden neue Windladen im Großpedal nötig. Das zu enge Gedackt 16', das ursprünglich eine Quintade 16' war, wurde reversibel in eine Prinzipalschwebung umintoniert. Außerdem erhielt die Orgel einen Zimbelstern.
2010 wurde die Disposition um ein Cornet, 2026 um den Bordun 16' erweitert, so dass die Hauptorgel nun 53 Register auf 3 Manualen und Pedal besitzt. Insgesamt stehen nun 3556 Pfeifen in dem Instrument. Die gesamte Orgel wurde generalgereinigt und nachintoniert.
Hauptwerk | Rückpositiv | Schwellwerk | Pedal |
|---|---|---|---|
Bordun 16' | Rohrflöte 8' | Prinzipal 8' | Untersatz 32' |
Unda maris 8' | Prinzipal 4' | Salizional 8' | Prinzipal 16' |
Prinzipal 8' | Blockflöte 4' | Schwebung 8' | Subbaß 16' |
Gemshorn 8' | Oktave 2' | Holzgedackt 8' | Oktave 8' |
Oktave 4' | Gemsquinte 1 1/3' | Oktave 4' | Gedackt 8v |
Koppelflöte 4' | Terzflöte 1 3/5' | Spitzgambe 4' | Oktave 4' |
Oktave 2' | Scharff 4fach | Rohrflöte 4' | Flöte 4' |
Sesquialtera 2fach | Chamade 8' | Rohrnasat 2 2/3' | Nachthorn 2‘ |
Mixtur 5fach | Krummhorn 8' | Hohlflöte 2' | Mixtur 5fach |
Zimbel 3fach | Regal 4' | Oktave 1' | Chamade 8' |
Cornet | Tremulant | Obertöne 3fach | Fagott 32' |
Chamade 8' | Sub II | Rauschpfeife 2fach | Posaune 16' |
Trompete 8' | 8' ab | Mixtur 3-5fach | Trompete 8' |
Sub I | III/II | Chamade 8' | Trompete 4' |
8' ab | Dulcian 16' | I/P | |
II/I | Oboe 8' | II/P | |
III/I | Tremulant | III/P | |
Super II/I | Super III | Super III/P | |
Super III/I | Sub III | ||
Sub II/I | 8' ab | ||
Sub III/I | |||
Sub P/I | |||
Großpedal ab | |||
Kleinpedal ab | |||
Zimbelstern | |||
Grand-Orgue | Récit | Pédale |
|---|---|---|
Bourdon 16' | Cor de nuit 8' | Soubasse 16' |
Montre 8' | Salicional 8' | Basse 8' |
Bourdon 8' | Voix céleste | Basse 4' |
Prestant 4' | Flûte octaviante 4' | Tir G.O. |
Doublette 2' | Octavin 2' | Tir REC. |
Plein-Jeu 4rgs | Trompette 8' | |
G.O./I | Basson Hautbois 8' | |
G.O./II | Voix humaine 8' | |
G.O./III | Tremolo | |
Appel d’anches | ||
REC./I | ||
REC. en 16' /I | ||
REC./II | ||
REC. en 16' /II | ||
REC./III | ||
REC. en 16' /III |
Im Jahre 1965 wurde durch die Orgelbauwerkstatt Detlef Kleuker, Brackwede, die heutige Orgel mit drei Manualen und Pedal mit zunächst 45 Registern (Hauptwerk, Schwellwerk, Rückpositiv, Pedal) in den Kirchraum gebaut. Ihre Charakteristika waren Schleifladen, Normalkoppeln, eine mechanische Tontraktur, eine elektrische Registertraktur, elektrische Koppeln und 4 freie Kombinationen.
Abnutzung und Verschleiß führten im Laufe der Jahre zu immer größeren Problemen. Die Mechanik wurde immer schwergängiger, weshalb der Organist einen immer größeren Tastendruck ausüben musste. Die Spannung, mit der die elektrische Anlage betrieben wurde, war zu hoch und nicht mehr zulässig. Es bestand Brandgefahr. Die Tastenbeläge lösten sich, die Registerwippen brachen ab. Die großen Prospektpfeifen sackten in den Füßen ein und drohten, in das Kirchenschiff zu stürzen.
Aufgrund der aufgetretenen Mängel beschloss der Kirchenvorstand von St. Nikolai einen umfangreichen Umbau des Instruments mit Generalüberholung.
Folgende Arbeiten wurden zwischen Pfingsten 1996 und Ostern 1997 von der Orgelbaufirma Babel, Gettorf, vorgenommen: Die Orgel wurde bis auf das Gehäuse und das eiserne Ständerwerk (das Skelett der Orgel) ausgebaut. Die Windladen wurden zerlegt und gereinigt und Elektromagnete wurden eingebaut. Alle Pfeifen wurden gereinigt und überarbeitet. Die Prospektpfeifen erhielten neue Füße mit Innenfüßen und Halterungen zur Gewichtsentlastung. Die Prospektpfeifen von Hauptwerk und Pedal wurden mit Silberbronze lackiert. Der akustische Untersatz 32' wurde in der tiefen Oktave voll ausgebaut. Die größten sechs der bis zu fünf Meter langen neuen Pfeifen stehen links und rechts neben dem Gehäuse. Durch die Trennung des Prinzipalpiffaro 8'+4' hatte die Orgel dann 46 Register. Dazu benötigte man eine neue Schleife und eine zusätzliche Windlade für die Zungen im Schwellwerk. Der Dulzian 16' und das Krummhorn 8' erhielten aus klanglichen Gründen neu mensurierte Becher. Das Gebläse, das jetzt nur noch Hauptwerk und Pedal mit Wind versorgt, wurde mit einem zusätzlichen Balg unter dem Chorpodest der Orgelempore neu eingebaut. Der Kanal zur Orgel wurde unter den Fußbodendielen verlegt. Wegen der neuen zusätzlichen Koppeln wurde ein zweites Gebläse mit einem Balg für Schwellwerk und Rückpositiv nötig. Der Winddruck wurde für alle Werke erhöht.
Die Orgel ist seit dem Umbau innen sehr gut zugänglich, sodass Stimmungen und Wartungsaufgaben nun wesentlich einfacher durchgeführt werden können. Die Orgel erhielt eine elektrische Tontraktur und auch eine elektrische Registertraktur. Ein elektronischer Setzer und ein MIDI-Anschluss wurden eingebaut. Eine Besonderheit ist, dass der neue Spieltisch zerlegbar und transportabel ist. Die Übertragung der elektrischen Signale erfolgt per Lichtwellenleiter. In der Kirche sind mehrere Anschlussstellen vorhanden, somit kann die Orgel nun von fast allen Stellen innerhalb der Kirche gespielt werden. Der Generalspieltisch war auch für den Anschluss der 1965 von der Firma Führer, Wilhelmshaven, erbauten Chororgel mit 11 Registern auf zwei Manualen und Pedal vorbereitet.
Eddy Ottes (Barcelona) hatte die Orgel neu intoniert. Sie ist gleichschwebend temperiert gestimmt (a' 440 Hz bei 18°C).
Nach diesem Umbau hatte die Orgel 3288 Pfeifen. Der tiefste Ton mit 16,35 Hz ist »C« (das große C) im Register »Untersatz 32'«, der höchste Ton mit 12,54 kHz ist »g'''« (das dreigestrichene g) im Register »Oktave 1'«.
Hauptwerk | Rückpositiv | Schwellwerk | Pedal |
|---|---|---|---|
Gedackt 16' | Rohrflöte 8' | Prinzipal 8' | Untersatz 32' |
Prinzipal 8' | Prinzipal 4' | Salizional 8' | Prinzipal 16' |
Gemshorn 8' | Blockflöte 4' | Schwebung 8' | Subbaß 16' |
Oktave 4' | Oktave 2' | Holzgedackt 8' | Oktave 8' |
Koppelflöte 4' | Gemsquinte 1 1/3' | Oktave 4' | Gedackt 8v |
Oktave 2' | Terzflöte 1 3/5' | Spitzgambe 4' | Oktave 4' |
Sesquialtera 2fach | Scharff 4fach | Rohrflöte 4' | Flöte 4' |
Mixtur 5fach | Chamade 8' | Rohrnasat 2 2/3' | Nachthorn 2‘' |
Zimbel 3fach | Krummhorn 8' | Hohlflöte 2' | Mixtur 5fach |
Trompete 8' | Regal 4' | Oktave 1' | Chamade 8' |
Sub I | Tremulant | Obertöne 3fach | Fagott 32' |
8' ab | Sub II | Rauschpfeife 2fach | Posaune 16' |
II/I | 8' ab | Mixtur 3-5fach | Trompete 8' |
III/I | III/II | Chamade 8' | Trompete 4' |
Super II/I | Dulcian 16' | I/P | |
Super III/I | Oboe 8' | II/P | |
Sub II/I | Tremulant | III/P | |
Sub III/I | Super III | Super III/P | |
Sub P/I | Sub III | ||
8' ab |
Die Orgelmanufaktur Kern, Straßburg, erwarb 1995 das Instrument. Auf einer Orgelreise ins Elsass entdeckte der damalige Kirchenmusiker von St. Nikolai, KMD Prof. Rainer-Michael Munz, das Instrument und setzte alles daran, dass es nach Kiel kommt. Nach dem Beschluss des Kirchenvorstandes, das Instrument als Chororgel für St. Nikolai zu erwerben, wurde es restauriert, im November 2003 in der Kirche aufgestellt und festlich eingeweiht.
Die Chororgel erweitert die musikalischen Möglichkeiten in St. Nikolai in vielerlei Hinsicht:
Sie dient als „Fernwerk“ der Hauptorgel.
Sie begleitet den SanktNikolaiChor in Gottesdiensten und Konzerten.
Sie ermöglicht im Zusammenspiel mit der Hauptorgel einen „surround“-Klang für die Zuhörer.
Sie bietet authentische Klangfarben zur Interpretation v.a. französischer, aber auch englischer und deutscher Musik der Romantik und Klassischen Moderne.
Sie ist ein hervorragend geeignetes Instrument für die Orgelkammermusik ab Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Chororgel hat 17 Register mit insgesamt 940 Pfeifen, verteilt auf zwei Manuale und Pedale.
I Grand-Orgue | II Récit | Pédale |
|---|---|---|
Bourdon 16' | Cor de nuit 8' | Soubasse 16' |
Montre 8' | Salicional 8' | Basse 8' |
Bourdon 8' | Voix céleste | Basse 4' |
Préstant 4 | Flûte octaviante 4' | |
Doublette 2' | Octavin 2' | Tirasse G.O. |
Plein-Jeu 4rgs | Trompette harm. 8' | Tirasse Récit |
Basson Hautbois 8' | Appel d‘anches | |
Accoupl. Récit | Voix humaine 8' | |
Accoupl. Récit 16' | ||
Tremolo | Octaves graves Récit |